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kosmische-strahlen2Es ist durchaus denkbar, dass beide Kandidaten auch parallel zueinander wirken könnten. Für den letzten Kandidaten sind Prof. Svensmark und sein Team zuständig – sie wiesen die Entstehung der Wolkenbildung durch kosmische Strahlen nach. Gegenwärtig existiert hierzu ein hervorragendes Erklärungsmodell. Als gesicherte Fakten zählen: – Das Sonnenmagnetfeld schwankt parallel zur Sonnenaktivität – Das Sonnenmagnetfeld schützt die Erde vor kosmischer Strahlung aus dem Weltall. – Innerhalb eines 11-Jahres-Sonnenfleckenzyklus schwankt auf diese Weise die kosmische Strahlung um 20%, gegenüber nur 0,1% bei der Gesamtstrahlung der Sonne. – Phase 1 des neustem CERN-Experiments konnte zeigen, dass durch kosmische Strahlung vermehrt kleine Aerosol-Teilchen in der Atmosphäre entstehen. Eine aktuelle Studie, die bei Physical Review Letters zur Veröffentlichung eingereicht wurde, belegt, dass die bisherigen Modelle fehlerhaft sind. Die bisher anerkannten Klimamodelle vernachlässigten die Konzentration größerer Aerosol-Partikel (Schwefelsäure-Moleküle). Wie Versuche gegeigt haben, können die kleinen Partikel offenbar zu größeren anwachsen. Sollten diese Forschungsergebnisse stimmen – und ich Zweifel nicht daran – belegt dieser Vorgang, dass unsere Sonne eine signifikant höhere Klimawirkung ausübt als in den aktuellen Berechnungen des Weltklimarats. Eine endgültige Bestätigung hierfür könnte das Ergebnis der Studie der Phase 2 des CLOUD-Projektes am Europäischen Kernforschungszentrum CERN liefern. Auch hier wird zurzeit nochmals überprüft, ob sich tatsächlich aus den kleinen Aerosolen größere bilden können, die dann als Wolkenkondensationskeime dienen. Leider werden die vollständigen Ergebnisse erst in ein paar Monaten abgeschlossen sein. Wenn also die hochenergetischen kosmischen Strahlen sich auf die terrestrische Wolkenbildung auswirken, sollten wir die Sonnenaktivitäten noch aus einem ganz anderen Grund bewerten. Denn heute wissen wir, die Sonnenaktivität beeinflusst den Durchlass der kosmischen Strahlen. („Sonnenaktivität reduziert Strahlenexposition am Himmel“ ). Wie ein Schutzwall schirmt das Magnetfeld der Partikelstürme (Ladungsträger), die von unserer Sonne ausgehen, vor außen eindringende kosmische Strahlung. „Ist der Sonnenwind wie aktuell stärker, dringen weniger der energiereichen Teilchen aus der Galaxis bis ins Innere des Sonnensystems zur Erde vor“, berichtet Dr. Matthias Meier vom DLR. Hierzu ein Beispiel: Im März 2012 ereignete sich ein starker Sonnensturm, der die gemessene kosmische Strahlung auf der Erde um 10-15% reduzierte. Hierdurch soll sich die terrestrische Wolkenbildung merklich verringert haben. Was Henrik Svensmarks Theorie bestätigen würde – da weniger kosmische Strahlung auch weniger Wolkenkondensationskeime bedeutet. Während beispielsweise die Sonnenaktivität 2007 ungewöhnlich niedrig war, hatte die kosmische Strahlung seinerzeit einen Rekordwert erreicht. Die Intensität diser Strahlung lagt laut „NASA aktuell“ bei über 19 Prozent über den bis dahin gemessenen Höchstwerten. Der Grund für diese Zunahme lag im damaligen Minimum der Sonnenaktivität. „Wir beobachten derzeit das niedrigste solare Minimum seit fast einhundert Jahren, es ist also keine Überraschung, dass die Werte der Kosmischen Strahlung einen Höchstwert erreicht haben“, beurteilt Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Center dieses Phänomen. Abb. 2: Rasanter Rückgang der kosmischen Strahlung (Y-Achse) ab 8. März 2012 nach Ausbruch des Sonnensturms. Messstation am Südpol.

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