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das-erwachen-dieter-broers-deWenn Dir jemand erzählt, dass die Seele mit dem Körper zusammen vergeht und dass das, was einmal tot ist, niemals wiederkommt, so sage ihm: Die Blume geht zugrunde, aber der Samen bleibt zurück und liegt vor uns, geheimnisvoll, wie die Ewigkeit des Lebens.“

(Khalil Gibran)

Liebe Freunde,

über das sogenannte Erwachen dürften wir schon vieles erfahren haben. Unter „geistigem Erwachen“ versteht man im Allgemeinen das Erkennen unserer „wahren Natur“, die uns innewohnt und zugleich den gesamten Kosmos beseelt. Darüberhinaus steht für mich das geistige Erwachen in einem Zusammenhang mit einer Transformation1. Insofern steht am Abschluss einer Transformation das geistige Erwachen – wobei die Transformation einer fundamentalen Wandlung entspricht. Natürlich erscheinen uns diese Vorstellungen eher theoretisch. Wie könnte man sich diese Art des Erwachens vorstellen? Wäre dieses Erwachen mit dem Erwachen aus einem nächtlichen Schlaftraum vergleichbar? Erfahrungsgemäß sind wir als Träumer unsereelbst nicht bewusst. Erst wenn wir aus unserem Traumschlaf erwachen, fangen wir an, uns wieder an unsere Persönlichkeit zu erinnern. In seltenen Fällen jedoch tritt etwas ein, was als ein Klartraum bezeichnet wird. Ein Klartraum2 ist ein Traum, in dem der Träumer sich dessen bewusst ist, dass er träumt. Man ist dadurch in der Lage, den Traumverlauf frei zu bestimmen oder die eigenen Träume bewusst zu erforschen. In einer gewissen Hinsicht entspricht ein Klartraum einem Erwachen. Gegenüber der unbewussten Traumerfahrung bin ich mir meines Träumens und meiner Schöpferkraft bewusst. Aber wie könnten wir uns ein Erwachen im Tages- bzw. Wachbewusstsein vorstellen? Viele großen Meister, von Sokrates, Lao-tse, Buddha bis Gurdjieff, haben darauf hingewiesen, dass die meisten Menschen nicht wirklich wach sind. Auch Osho war der Ansicht: „Wir verbringen unser Leben in einem Dämmerzustand der Unbewusstheit, nicht nur nachts, sondern auch tagsüber.“ Nach dem griechischen Philosophen Heraklit3 befinden sich die Menschen in einem halbschlafähnlichen Zustand. Nicht nur nach Heraklit sind die Menschen unbewusst:

Niemand fügt sich oder anderen bewusst etwas Böses zu. Alles, was der Mensch in seinem halbschlafähnlichen Zustand anstellt, tut er aus dem Maß seiner Unbewusstheit heraus. In einem erwachten Zustand wären wir zu keiner böse Handlung fähig.“

Meine persönliche Vorstellung eines Erwachens aus dem normalen Tagesbewusstseins wurde von einer Nahtoderfahrung geprägt. Ohne zuvor auch nur das Geringste über eine Nahtoderfahrung gewusst zu haben, wurde ich aus meinem Tagesbewusstsein gerissen. Viele Jahre später begann ich diese Erfahrung mit einer Bewusstseinserweiterung, bzw. sogar mit einem gewissen Erwachen zu vergleichen. Heute ordne ich eine Nahtoderfahrung mit einem „halben Aufwachen“ (Erwachen) zu. Hierzu möchte ich Euch gern einen passenden Ausschnitt aus meinem neuen Buch Das Ego im Dienste des Herzens“ vorstellen:

Lieber Leser, mit 21 Jahren erlebte ich bei einem fast tödlichen Autounfall etwas, was mein Leben veränderte. Ich war damals begeisterter Autorennfahrer und beteiligte mich an einer alpinen Rally. Da gibt es bekanntlich viele Kurven. In einer fuhr ich zu schnell. Mein Auto verließ die Fahrbahn und landete gut 50 Meter tiefer auf einem Hang. Mein Körper lag daneben. Ich sah das. Dann war es wie in einem Traum, so klar und deutlich, wie nie zuvor. Ich sah das Kleid meiner Mutter aus der Perspektive eines krabbelnden Kindes, es kamen Szenen meines Lebens, die bis ins kleinste Detail zeigten, was ich längst vergessen hatte, mit den dazu gehörenden starken Gefühlen von Angst, Schuld, Stolz, Neid, Freundschaft. Es war, wie mir später klar wurde, eine sogenannte „Nahtoderfahrung“. Es gibt ja längst viele Bücher mit Berichten und Analysen. Die Pionierin dieser relativ jungen Forschung, Elisabeth Kübler-Ross 1926 – 2004, schrieb: „Bevor ich mit Sterbenden zu arbeiten begann, glaubte ich nicht an ein Leben nach dem Tod. Jetzt glaube ich an ein Leben nach dem Tod, ohne den Schatten eines Zweifels.“ Was mich selbst stutzig machte war, dass ich in einer ganz anderen Situation, wo ich mich keinesfalls auf der Schwelle zwischen Leben und Tod befand, etwas ähnliches erlebte. Ich beobachtete in einem Wald zwischen zwei Bäumen ein Spinnennetz mit einer Spinne darin. Plötzlich erschien das alles wie in einem Film. Die Szene selbst blieb ganz realistisch, doch irgendwie unbeschreiblich abgerückt. Wie dieser plötzliche Ruck, als wäre ich in einer anderen Dimension, zustande kam, kann ich nicht erklären. Ich kann nur sagen: Das vergisst man nicht, und ich habe seitdem geforscht und bin auf der Suche gewesen. Nahtoderfahrungen und Erwachen scheinen einiges gemein zu haben. Der Berliner Psychologe Christian Meyer lehrt seit vielen Jahren mit immer mehr Erfolg „Sieben Schritte zum Erwachen“. Ausgangspunkt ist seine eigene Erleuchtungserfahrung. In seiner Methode greift er u.a. auf den Bericht von Ramana Maharshi zurück, der als 16-J.hriger ohne vorherige spirituelle Interessen oder Übungen in einer Ahnung des Todes einfach ruhig beobachtete, wie sein Körper starr und steif wurde, während das Bewusstsein wach in sich selbst ruhte. Das alles erinnert mich stark an meine eigenen Erfahrungen. In einem Interview sprechen Christian Meyer und Christine Brekenfeld, die ein Nahtoderlebnis hatte, über die Ähnlichkeit von Erwachen und Nahtod: Christian Meyer: Wir arbeiten an einer Studie zum Thema „Nahtoderfahrungen und ihr spirituelles Transformationspotential“, wir haben über 50 Personen befragt, die entweder eine Nahtoderfahrung oder eine Aufwacherfahrung erlebt haben. Unsere These ist, dass eine Nahtoderfahrung (NTE) und die des Aufwachens eine Ähnlichkeit in der inneren Struktur haben. Außerdem vermuten wir, dass bei der Nahtoderfahrung eine Veränderung geschieht, die sich durch spirituelle Arbeit zum Aufwachen hin ausweiten kann. Die Nahtoderfahrung ist gleichsam ein halbes Aufwachen. Es stellt sich durch unsere Forschung die Frage: Wie kommt es, dass die Nahtoderfahrung anscheinend keine stabile Erfahrung von Leere und Stille, Liebe und inneren Frieden mit sich bringt, wohingegen nach einem Aufwachen eine grundlegende und bleibende Veränderung in der Qualität des Seins geschieht.“

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Liebe Freunde,

meiner festen Überzeugung nach befinden wir uns bereits inmitten eines geistigen Erwachens.

Im geistigen Erwachen – also der Zustand zwischen Schlaf und Wachzustand – beginnen wir unsere „wahren Natur“ zu erkennen – eine uns innewohnende Instanz, die den gesamten Kosmos beseelt. Natürlich können wir bewusst etwas zu unserem Erwachen beitragen, in dem wir lernen, unseren Körper als „Zugang zur spirituellen Dimension“ zu nutzen. Hierfür würde es bereits genügen, unsere Aufmerksamkeit in den unseren materiellen Körper zu lenken und dort solange zu halten, bis allmählich sämtliche Zellen darin lebendig zu vibrieren beginnen. In dem Moment, wo wir unsere Lebensenergie in uns fühlen, beginnen wir uns mit der göttlichen Quelle zu verbinden. Letztlich SIND wir diese Lebensenergie, die von unserem immer gegenwärtigen Bewusstseinsfeld ausgeht und unseren Körper beseelt, am Leben erhält und auch überdauert. Wir sind somit viel mehr, als bisher gedacht. Wir erkennen, dass wir nicht nur eine sterbliche Person mit einem Körper, Verstand und einer Lebensgeschichte sind.

Wir erkennen unser ewiges, göttliches Bewusstseinsfeld hinter dem Schleier der materiellen Welt, welches mit seiner unermesslichen Intelligenz und Schöpferkraft unserer Erfahrungswelt überhaupt erst ermöglicht.

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Euer
Dieter Broers

1 Transformation (lat. transformatio, von transformare für umformen, umwandeln).
2 Auch luzider Traum genannt.
3 Heraklit beanspruchte eine von allen herkömmlichen Vorstellungsweisen verschiedene Einsicht in die Weltordnung. Daraus ergibt sich eine nachhaltige Kritik der oberflächlichen Realitätswahrnehmung und Lebensart der meisten Menschen.

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