kleincol„Regulation und Bewusstsein – die Zukunft der Medizin!?“

Einführung in den heutigen Stand der Wissenschaft der Regulationsmedizin (auszug) D. Broers

Ein Jubiläum ist ein Fest zur freudigen Erinnerung an ein Ereignis nach Ablauf eines größeren zeitlichen Zyklus. Heute feiern wir das 60. Jubiläum des Verbands für Herd-Störfeld und Regulationsforschung in der DAH. Betrachten wir den geschichtlichen Verlauf dieses Fachbereichs, so haben wir einen rühmlichen Grund zu feiern. Dieser Grund basiert auf der herausragenden Pionierarbeit seiner Gründer und ihrer Nachfolger. Sie alle schufen die Basis zu einem wahrhaft sinnentsprechenden Verständnis für das Prinzip „Heilung und Gesundheit“. Obwohl A. Pischinger bekanntlich am Anfang der DAH das Grundregulationssystem introduzierte, das als Ort wichtiger Regulationsleistungen in der Peripherie des Körpers funktioniert, will ich trotzdem noch weiter zurückschauen.
So möchte ich an dieser Stelle an einen Pionier erinnern, dessen Leitsätze für uns richtungsweisend sind: „Ein aus dem Rhythmus geratenes System ist ein archetypisches Merkmal von Krankheit. Die Überführung in den ursprünglichen, naturgemäßen Grundzustand, nennen wir Heilung“.
Diese Erkenntnis stammt von Rudolf Virchow. Sie trägt das Gütesiegel eines Mannes, der die ganzheitlichen Zusammenhänge in seine Forschung einbrachte. Betrachten wir den Menschen in seinem „naturgemäßen Grundzustand“, so werden wir nicht umhinkommen, ihn als ganzheitlich zu sehen. Sofern wir ihn in seinen einzelnen Aspekten analysieren, nehmen wir hierdurch eine willkürliche Trennung vor. Diese Trennung verbirgt ihren ganzheitlichen Grundzustand und somit den Weg zu einer nachhaltigen Heilung. Heute wissen wir, dass eine rein palliative Medizin von keiner nachhaltigen Heilung gekrönt sein kann. Eine symptomatische Therapie grenzt die Ursachen einer Krankheit geradezu aus. Bedauerlicherweise hat die Schulmedizin ein widernatürliches Denkmodell der Biologen übernommen – die Ausgrenzung des Geistes aus der Materie. In diesem Sinne stellt der Bereich des Bios lediglich mechanische Funktionsmodelle dar. Dem Bios wurde quasi der geistige Überbau abgesprochen. Diese Sichtweise wird seit den Studien von Benjamin Libet noch bekräftigt. Der Neurologe Benjamin Libet lehrte und forschte u.a. mit John Eccles in Canberra. Er gilt als „Vaterfigur des Determinismus“, seine Forschungen beschäftigen sich hauptsächlich mit der menschlichen Willensfreiheit.

Libet selbst war ein gläubiger Katholik, wollte die Existenz des „freien Willens“ beweisen, d.h. einer rein geistigen Entscheidungskraft, die den Abläufen in unserem Gehirn und damit unserem Handeln eine bestimmte, durch keinen Naturdeterminismus festgelegte, Richtung zu geben vermag. Was Libet allerdings fand, war scheinbar das Gegenteil seiner Erwartungen: Zwei Sekunden bevor die Versuchspersonen den bewussten Entschluss zu einer einfachen Bewegung fassten, zeigten sich im Gehirn bestimmte Aktivitätsmuster („Bereitschaftspotential“), die zumindest in ihren späten Anteilen eine Bewegung verlässlich vorhersagten. So gesehen hat das elektro-chemische Gehirn entschieden, was getan wird, und liefert den freien Willen hierzu nach, der damit zu einer „Illusion“ wird, d.h. zu einer Vorspiegelung falscher Kausalverhältnisse.

Die Interpretation dieser Ergebnisse lassen aus Sicht der Gehirnforscher folgenden Rückschluss zu: Die Absicht zu handeln entspringt einer Aktivität, die nicht Teil unserer bewussten Wahrnehmung ist. So lehrt Wolf Singer, Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung Frankfurt seinen Schülern:
„Alles Verhalten – auch unsere Entscheidungen – sind den neuronalen Vorgängen nachgängig.“
und „Es existiert kein mentales Agens, also das, was unsere Entscheidungen trifft.“

Sofern unsere Denkhaltung sich auf derartige Modelle einlässt, darf man sich über ein gewisses Unbehagen nicht wundern. Dieses basiert auf dem Wirkaspekt unserer geistig-seelischen Quelle. Diese Quelle jedoch scheint sich nicht durch ein technisches Messverfahren zu beweisen. Das „geistige Agens“ – wie Wolf Singer es nennt – ist offenbar von immaterieller Natur. Ein weiteres Hindernis auf der Suche nach der menschlichen Ganzheitlichkeit ist die Herangehensweise der Naturwissenschaftler. Deren Grundausrichtung beschränkt sich auf die Funktionen und Wirkungen von Naturvorgängen. Hier steht das „Wie“ im Vordergrund der Suche nach der Weltendeutung. Diese Denkstruktur basiert auf dem „Verzicht von Galileo“, wurde also ausgelöst durch den Gründer der modernen Naturwissenschaft – Galileo Galilei. Die Reduzierung auf das „Wie“ eines Naturvorganges unter Vernachlässigung des „Warums“ und des „Wesens“ stellt philosophisch betrachtet einen Verzicht dar. Letztlich baut die gesamte Naturwissenschaft und Technik auf diesem Verzicht auf. Erschwerend kommt zu dieser Weltendeutung noch ein besonderes Denkwerkzeug hinzu. Es handelt sich um unsere Alternativlogik. Die von Aristoteles gegründete Alternativlogik beschreibt Qualitäten. Quantitäten ermöglichen das Vergleichen von Mengen (Objekt), die entweder gleich oder verschieden, kleiner oder größer sein können (Aristotelische Ja-Nein-Logik). Mit dieser Alternativlogik können wir maximal einen Aspekt der Natur beschreiben – was besonders bei der Beschreibung eines Menschen zutrifft. Hier werden aber die Qualitäten vollständig vernachlässigt. Qualitäten sind jedoch der Wesenskern einer geistigen Lebendigkeit. Sie machen ihn erst menschlich. Qualitäten ermöglichen eine Bewertung des Inhalts von Mengen (Subjekt). Das erfordert grundsätzlich die Angabe des Mengeninhalts – der eine bestimmte Organisation sein kann – d.h. auf welchen Mengeninhalt man sie bezieht. Informationsinhalte können qualitativ bewertet werden. Um derartige Dinge beschreiben zu können, bedarf es einer sogenannten Alternativlogik, einer aspektbezogenen Logik.
Der Physiker Burkhard Heim erweiterte die Alternativlogik durch eine polyvalente (mehrwertige) Logik1. Heim nennt seine neue Logik ‚Syntrometrie‘. Indem wir beide Logikstrukturen zur Beschreibung der belebten Naturvorgänge einsetzen, sind wir hierdurch in der Lage, unserem Anspruch nach Ganzheitlichkeit sinnvoll zu entsprechen.

Allerdings sollten wir einen Aspekt berücksichtigen, der sich aus der Interpretation beider Logikstrukturen ergibt – gemeint ist die Bedeutung von Information. Die Erkenntnis, dass Information eine mindestens ebenso große Bedeutung hat wie Masse und Energie, verdanken wir den amerikanischen Forschern C. E. Shannon und W. Wever, die u.a. auf Arbeiten des deutschen Nachrichtentechnikers K. Küpfmüller (1897-1977) aufbauten. Aus der Shannon’schen Informations-Theorie folgt insbesondere, dass es technisch möglich ist, ein sehr schwaches Signal, das von zahlreichen größeren Störsignalen überdeckt wird, zu erkennen – eine Fähigkeit, die unser Organismus mit noch viel größerer Fertigkeit beherrscht als die heutige Elektronik. Der Informationsfluss im menschlichen Körper wird nicht nur durch das vegetative und das Zentralnervensystem (sowie materiell durch Blut- und Lymphkreislauf) auf- rechterhalten, vielmehr gibt es noch ein in der Schulmedizin wenig bekanntes Informationsnetz. Hervorzuheben wären hier die Arbeiten von A. F. Lawrence und W. R. Adey.

Die heute gelehrte Physik hat ihre Ursprünge in den Theorien antiker Wissenschaftler. Zwar wird die Physik hier als Teilgebiet der Philosophie verstanden; sie hat aber, etwa in der maßgeblichen Systematik und Durchführung beispielsweise bei Aristoteles und Immanuel Kant, einen eigenständigen Erkenntnisbereich und eine methodische Selbstständigkeit. So verstehe ich den Fachbereich der Bio-Physik in seiner ureigentlichen Form als die zusammengefasste Lehre von Bios und Physis. Bios entspringt dem altgriechischen Wortstamm von βίος, „Leben“. Hingegen ist die Physik (griechisch φυσικὴ θεωρία, physike theoria „Naturforschung“ und lateinisch physica „Naturlehre“) die grundlegende Naturwissenschaft in dem Sinne, dass ihre Gesetze alle Systeme der Natur beschreiben.

Die eigentliche Zusammenführung dieser beiden Beschreibungsmodelle des Seins wird erst dadurch ermöglicht, dass zu Physis und Bios noch Psyche und Pneuma eingewebt werden; wobei Psyche den Erlebnisbereich von Empfinden und Fühlen und Pneuma den Bereich des Geistigen wie Denken, Reflexion, Intuition, Kreativität und Weisheit umfasst. Den Schlüssel hierzu offeriert uns der „Ausnahmephysiker“ Burkhard Heim. Er ist die Grundlage einer Weltendeutung, die Herz und Verstand vereint. Physis a (n = 0 – 7) umfasst alles, was in den Bereich der Physik fällt, also Materie, Energie und Gravitation (siehe: ’Elementarstrukturen der Materie’ von B. Heim).
Bios b (n = 8 – 15) umfasst den Bereich des lebenden Organismus mit seiner aktiven Selbstgestaltung. Psyche g (n = 16 – 24) umfasst den Erlebnisbereich von Empfinden und Fühlen (siehe: Der kosmische Erlebnisraum des Menschen von B. Heim). Pneuma d (n = 25) umfasst den Bereich des Geistigen wie Denken, Reflexion, Intuition, Kreativität und Weisheit (siehe: ’Postmortale Zustände’ von B. Heim).

Die Wissenskrise von Physik und Biologie tritt besonders deutlich zutage in der Rückkehr des „Äther- Problems“ für die Physik und in der Rückkehr des „Leib-Seele-Problems” für die Biologie. Beides kulminiert in der, aus einschlägiger Phänomenanalyse folgenden Schlussfolgerung, dass „Information“ eine, die Energie-Materie gestaltende Grundkraft oder Wechselwirkung darstellt. Die messbaren Schöpfungseinheiten, von den Elementarteilchen und Galaxien bis zu den Organismen samt allen Wechselwirkungen, sind in einen überall gegenwärtigen Vakuum-Quantenschaum eingebettet. Der Physiker Kip S. Thorne verweist auf das sogenannte Quantenbrodeln an jedem Raumzeitpunkt. Kip S. Thorne schreibt: „Der Quantenschaum ist allgegenwärtig: im Innern eines schwarzen Lochs, im interstellaren Raum, in dem Zimmer, in dem Sie gerade sitzen und im Inneren Ihres Gehirns.“
Dieser „Quantenschaum“ hat eine überall gegenwärtige Schnittstelle, die durch sogenannte Planck-Größen bestimmt wird.
Diese Planck-Größen (h0, l0, t0) verschleiern quasi eine latente feinere Wirklichkeit, die unsere sicht- und messbare Wirklichkeit mehrdimensional durchdringt. Ein übergeordneter Raum – ein Hyperraum – wird mathematisch mit Dimensionen belegt, die unsere bekannten Raum-Zeit-Dimensionen einbetten. Burkhard Heim und Walter Dröscher errechneten ein 12. dimensionales Weltmodell, in dem unsere Raum-Zeit eingebettet ist. Innerhalb dieser 12 Dimensionen sind sämtliche Seins-Hintergründe enthalten (Pneuma, Psyche, Bios, und Physis).

Bei allen Denkvorgängen rufen wir unsere entsprechenden Geistesinhalte aus dem Bereich des Hyperraums ab, der außerhalb einer Zeitlichkeit liegt; was der Grund dafür ist, dass Informationen niemals verlorengehen können. Während des Denkvorgangs koppeln wir uns an diesen Informationsraum an, den B. Heim und W. Dröscher der Dimension X7 und X8 zuordnen.
Was auf der Bühne des vierdimensionalen Einstein-Raumes erscheint, z.B. alle atomarmolekularen Gebilde bis hin zu den „sichtbaren“ Organismen, gilt als Projektion aus dem Hyperraum, deren Gestalt- und Funktionsrepräsentanz nicht aus den vier physikalischen Wechselwirkungen (Gravitations-WW; elektromagnetische WW; schwache und starke Kernkraft) kausal erklärt werden kann.

Meine Schlussfolgerung
Die Wissenschaften, die – Logien vom Bios, bedürfen einer anspruchsvollen Paradigmenerweiterung in die Hyperraumkonditionen. Die neue kosmologische und ontologische Physik bietet uns heute ein Interpretationsmodell an, welches uns aus der seelen- und geistlosen Naturwissenschaft entlässt. Es erschließt sich uns ein Bereich der Ganzheitlichkeit, indem wir unsere naturgegebene Sinnhaftigkeit und unseren Platz im Kosmos erkennen. Erst eine derartige Erkenntnis versetzt uns in die Lage, das Wirkprinzip von Gesundheit und Heilung zu durchschauen. Von hier aus verstehen wir den elementaren Sinn einer Krankheit, der gleichermaßen auch den Heilungsweg aufzeigt – das Prinzip Krankheit als Weg, im Sinne einer widernatürlichen Grundhaltung. Indem wir den Patienten in die Lage versetzen, seine persönlichen Disharmonien und Dissonanzen zu durchschauen und dadurch aufzulösen, erfüllen wir unseren hippokratischen Auftrag. In diesem Sinne achte ich mich auch verbunden mit der jubilierenden DAH, 60 Jahre Ärztegesellschaft für Herdgeschehen und Regulationsmedizin. Für die Einladung, diesen Festvortrag zu halten, bedanke ich mich bei der DAH und im besonderen bei ihrem 1. Vorsitzenden Dr. med. Harry Lamers, meinen befreundeten Mitforscher in der Regulationsmedizin und der Vesta-Forschung seit den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts.

129130
DAH Festschrift

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