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franz-halbergMit grosser Trauer habe ich erfahren, dass Prof. Dr. Franz Halberg am Sonntag, dem 9. Juni 2013, wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag verstorben ist. Obwohl ich ihn erst spät persönlich kennenlernen durfte, waren wir innig verbunden und haben die Zeit, die blieb für einen beglückenden Austausch nutzen dürfen. Mit seinen wundervollen und weisen Worten zum Verhältnis von Mensch und Kosmos hat er uns in SOLAR REVOLUTION einen unvergesslichen Beitrag geschenkt.

Mit Franz Halberg hat uns ein großer Wissenschaftler und außergewöhnlicher Mensch verlassen. Franz Halberg hinterlässt eine Lücke, die nicht gefüllt werden kann. Er gilt als der Begründer der Chronobiologie und erfand im Zuge intensiver interdisziplinärer Forschung einige ihrer Spezialgebiete, u.a. den Chronomics und Chronobioethics. Seine Leistungen sind in seinen über 3.000 wissenschaftlichen Publikationen zusammengefasst, die in enger Zusammenarbeit einem grossen internationalen Netzwerk mit Kollegen aus aller Welt entstanden sind.  Er prägte den Begriff “zirkadian” nach dem er nachwies, dass biologische Rhythmen den Ausschlag der Waage zwischen Gesundheit und Krankheit und sogar zwischen Leben und Tod bestimmen. Viele Forscher auf der ganzen Welt nennen ihn ihren Mentor und baten ihn um seinen Rat zu Studiendesign und Datenanalyse bis zur Interpretation der Ergebnisse in der Zeitdimension. Seine Liebenswürdigkeit und Grosszügigkeit waren grenzenlos.

Seine Arbeit brachte ihm zahlreiche Auszeichnungen, abgesehen von den Professuren in Laboratoriumsmedizin und Pathologie, Physiologie, Biologie, Biotechnik- und Kieferheilkunde an der Universität von Minnesota, erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Montpellier (Frankreich), Ferrara (Italien), Tjumen (Sibirien), Brno (Tschechien), L’Aquila (Italien), und zuletzt von der People’s Friendship University of Russia (Moskau, Russland). Geboren am 5. Juli 1919 in Rumänien, wurde Franz Halberg von der US-Regierung aus der Nachkriegszeit Österreichs an die Harvard Medical School berufen, wo er ein Stipendium der Weltgesundheitsorganisation erhielt. Im Jahr 1949 wechselte er an die University of Minnesota und begann mit seinen Experimenten, die seinen wissenschaftlichen Durchbruch bedeuten sollten.

Er entdeckte die wichtigen zirkadianen (ca. 24 Stunden) Rhythmen und erkannte  Zyklen vieler anderer Längen, z. B. wöchentliche, monatliche, jährliche, sowie Solar- und anderen Zyklen. Er fand heraus, dass diese Zyklen angeboren sind und dass ihre Synchronisierung durch Umwelteinflüsse beeinflusst werden können. Er fuhr fort, ihre Bedeutung für die klinische Medizin zu dokumentieren und konzentrierte sich dabei auf die präventive Kardiologie und zeitlich individualisierte Interventionen in der Kardiologie und ind derKrebsbehandlung.

Trotz seiner 93 Jahre war er bis zuletzt immer noch 7 Tage in der Woche am Halberg Chronobiologie Center an der University of Minnesota aktiv. Er war der letzte Träger einer lebenslangen Auszeichnung des National Institutes of Health der Vereinigten Staaten. Franz Halberg war ein Pionier, der ein bemerkenswertes Erbe hinterlässt. Seiner lieben Frau Prof. Othild Schwartzkopff und seiner Familie und seinem wundervollen Team unter der Leitung siner langjährigen Kollegin Prof. Germaine Cornelissen spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus. Ich werde Franz Halberg sehr vermissen.

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