Führte uns ein übersteigertes Ego an den Abgrund? | Dieter-Broers.de

ego-abgrund_dieter-broers-deLiebe Freunde,

mit fast einem halben Jahr Verspätung ist es nun endlich soweit. am 8. November wird endlich mein neues Buch erscheinen. Aus für mich unerklärlichen Gründen gab es immer wieder massive Hindernisse, die mich am Schreiben hinderten. Das die Auslieferung des neuen Buchs am 8. November erfolgt, scheint mir kein Zufall zu sein – tatsächlich wurde mir dieser Termin von der Druckerei vorgegeben. Trotz alle Bemühungen, bestand keine Möglichkeit, einen Drucktermin zu bekommen, um bis zur Frankfurter Buchmesse (19. bis 23. Oktober) wenigsten eine kleine Vorauflage fertigzustellen.

Was mich dann aber am meisten überraschte, ist, dass das Datum des Erscheinens exakt auf den Tag der US-Amerikanischen Wahlen fällt, dem Wahltag, den viele für den wichtigsten der amerikanischen Geschichte halten. Diese Koinzidenz ist deswegen so bemerkenswert, weil die wesentlichen Inhalte des neuen Buches sich mit den Ursachen unserer „am Abgrund stehenden Welt“ befasst.

Ich glaube nicht, dass uns das Gefühl trüg, dass diese US-Wahlen von einer wahrhaft schicksalhaften Bedeutung sind. „Das Schicksal der Welt steht am Abgrund“ sagte Barack Obama bei einem Wahlkampfauftritt in North Carolina. Hierbei warnte der US-Präsident vor einem Sieg Donald Trumps bei der neuen Präsidentschaftswahl1. Nur ist die alternative Wahlkandidatin Hillary Clinton allem Anschein nach auch keine bessere Wahl. Die jeweiligen Repräsentanten der Republikaner und Demokraten vertreten eine Politik, die mit den ursprünglichen Grundsätzen der Demokratie auf den Kopf gestellt sind. Und auch wenn bereits die letzten US-Wahlen als „Schicksalswahl“ für die Amerikanker eingestuft wurden, scheint es dieses mal um mehr zu gehen, als wir uns vorstellen können 2, 3.

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Stephen Hawking sieht die Menschheit „in größter Gefahr“. Auch Prof. Hawking warnt uns eindringlich vor einem „selbst verschuldeten Untergang“ berichtete N24 vor kurzem. Dieser Berichterstattung nach ging es um die Frage „Was ist die größte Gefahr für die Menschheit?“ Neu erfunden hat Homo sapiens die Ausbeutung von Ressourcen oder die massive Umgestaltung der Umwelt bis zum Zusammenbruch ganzer Populationen nicht. „Da gibt es jede Menge Beispiele aus der Biologie“, sagt Lutz Becks vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön. Das klassischste sei wohl das von Luchs und Hase: Die Räuber dezimieren ihre Beute so lange, bis sie selbst verhungern – und damit in einem ewigen Kreislauf den Hasen wieder Auftrieb verschaffen. Arten tendierten dazu, erst einmal auszutesten, was die Umwelt so hergibt, erklärt Thomas Junker von der Universität Tübingen. „Maximale Vermehrung wird angestrebt.“ Dieser biologische Mechanismus sei auch im Menschen präsent – der den möglichen Untergang der eigenen Art ebenso wenig bedenke wie andere Organismen. „Wir sehen solche Probleme nicht. Es ist verrückt, wie stark sie ignoriert werden.“ Erklärt uns Thomas Junker4.

Steht nun unsere Welt am Abgrund, nur weil wir die größeren Zusammenhänge ignorieren? In meinen Recherchen bin ich den elementaren Ursachen dieser entarteten Welt nachgegangen. Wie bereits in meinem Buch „Der verratene Himmel – Rückkehr nach Eden“ erwähnt vertiefe ich in meinem neuen Buch „Das Ego im Dienste des Herzens – Ein neues Eden“ dieses Thema. In einer sinnentleerten Welt entwickelt sich unvermeidlich ein übersteigertes Ego. Prof. Wolfgang Mager stellt für die Zeit seit dem 20. Jahrhundert eine Sinnentleerung und inflationäre Verwendung des Wortes fest5… Ein willkürliches Verhalten ohne den erkannten Sinn unseres Daseins haben uns an diesen Abgrund geführt. An genau an dieser Sinnlosigkeit erkrankt unsere Welt. Hippokrates sah die Krankheit als Ausdruck einer Abweichung von einem natürlichen Gleichgewicht. Er behandelte nicht die Symptome einer Krankheit, sondern stets den ganzen Menschen. Dieser „ganze Mensch“ meint auch unserem Wesenskern.

Liebe Freunde,

die Welt, so wie sie sich uns im Außen zeigt, ist das Resultat unserer Glaubenssysteme, Vorstellungen und Handlungen. Wir alle sind die SCHÖPFER unserer Realität. Ob wir unserem oft kurzsichtigen Ego dabei den Vortritt gewähren, oder ob wir der liebenden Weisheit unseres innersten und unsterblichen Wesenskerns das Konzert unserer Wirklichkeit dirigieren lassen, ist dabei die entscheidende Frage. Nachdem es Burkhard Heim gelungen war, das Konstrukt unserer physischen Realität mathematisch darzustellen, erkannte er, zu welcher Erkenntnis der Mensch gelangen muss, um den Fortbestand unserer Spezies zu gewährleisten und ihren Daseins-Sinn zu erfüllen, indem er den Beweis dafür erbrachte, dass das Schicksal unserer unsterblichen Seele durch das Maß des sozialen Handels zu Lebzeiten bestimmt wird. Diese ebenso einfache wie in ihrer Konsequenz überwältigende Prämisse in die Tat umzusetzen, ist die größte Herausforderungen für unsere Spezies. Angesichts der Dominanz des Egos, das mit seiner Blindheit und seinem unbändigem Machtstreben die Weltlage bisher bestimmt und ihre aktuellen Kapriolen verursacht hat, wird dieses Schauspiel als solches so überdeutlich, dass es am Ende jeder erkennen kann, der noch ein Funken Verstand hat. Mit dieser Erkenntnis und einer deutlichen Vision unserer Zukunft, entscheiden wir darüber, wohin sich unsere Welt entwickelt. Da uns unsere äußere Welt aber letztlich nur das spiegelt, was in unserem Innersten auf Erlösung wartet, ist der Weg des Bewusstseins der einzige Ausweg, den wir beschreiten können. Und indem wir unsere Wünsche aus der Freude unseres Herzens entstehen lassen, können wir gemeinsam ein neues Eden erschaffen.

Me Agape
Euer Dieter Broers

Der Begriff Demokratie bestimmte und ersetzte den Begriff der Republik, wobei die Unterschiede der Bedeutungen, „vom Volk gewählte Regierung“ (Demokratie) und „dem Gemeinwohl dienende Politik“ (Republik), verwischt wurden, wie auch Hans Buchheim erkannt hat6.

Politik bezeichnet die Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinswesens durch verbindliche Entscheidungen. Aristoteles bezeichnet darin den Menschen als ein gesellschaftliches Wesen (zoon politikon). Für ihn ist die Grundbestimmung des Menschen das Zusammenleben mit anderen. Nur so verwirklicht er seine Natur. Der Mensch ist ein soziales, auf Gemeinschaft angelegtes und Gemeinschaft bildendes Lebewesen. Platon beschreibt den Menschen (Politikos und Phaidros) als ein naturgemäß politisches Wesen. Durch seine physische Herkunft ist er im Weltlich-Dämonischen verankert, während seine metaphysisch-göttliche Herkunft ihm die Möglichkeit der Entwicklung der sogenannten Kardinaltugenden gibt. Durch diesen Prozess kann sich der Mensch vervollkommnen und soziale Gemeinschaften bilden.

Im Staatsmann vollendet sich der Mensch als politisches Wesen. So, wie Gott für die Welt Sorge trägt, trägt der Staatsmann Sorge für die Menschen, indem er sie ordnet. Die höchste Aufgabe des Staatsmannes ist die Gesetzgebung, die mit dem Staat entsteht und dessen Kontinuität gewährleistet. Durch die Erziehung werden die Bürger an die Gesetze gebunden und damit aneinander. In den Gesetzen artikuliert der Staatsmann das Schöne, Gerechte und Gute sowie deren Gegenteil, wodurch er den Menschen integriert. In der Zwiefalt des menschlichen Daseins liegt somit die Ursache für den Menschen als politisches Wesen: Seine physische Herkunft macht das Sorgetragen für die eigene Existenz notwendig, während seine Herkunft aus dem Göttlichen/Metaphysischen ihn befähigt, tatsächlich Sorge tragen zu können.

Sozial bedeutet „gesellschaftlich“ und „gemeinnützig, hilfsbereit und barmherzig. In der Umgangssprache bedeutet „sozial“ den geordneten Bezug einer Person auf eine oder mehrere andere Personen.

 

5 Wolfgang Mager: Republik, Gemeinwohl. In: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe: Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. 8 Bände in 9. Klett-Cotta, Stuttgart 1972–1997.

6 Hans Buchheim: Der neuzeitliche republikanische Staat. Mohr Siebeck, 2013

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