Von Mythen und Fakten der Zirbeldrüse (2. Teil) | Dieter-Broers.de

zirbeldruese2-1Die Zirbeldrüse hat die Gelehrten schon immer zu Überlegungen angeregt. Als einer der ersten behauptete wohl der große griechische Arzt Galen (129 bis 201 n. Chr.), dass dieses besondere Organ die „Eintrittspforte der Gedanken“ sei. Der Philosoph Rene Descartes (1596 bis 1650) verlegte die Örtlichkeit unserer Seele in die kleine Drüse. Die alten Ärzte, vor allen die Anatomen nannten sie wegen ihres Erscheinungsbilds den Pinienzapfen („Corpus pineale„). Aus diesem Grund wird die Zirbeldrüse im englischen Sprachgebrauch auch als pineal gland bezeichnet. Sie wird zunehmend auch von Wissenschaftlern als unser biologisches drittes Auge betrachtet, als der “Sitz der Seele”, als “Epizentrum der Aufklärung” – und ihr heiliges Symbol war im Laufe der Geschichte in allen Kulturen der Welt der Kiefernzapfen.

Der ägyptische Stab des Osiris, etwa aus dem Jahr 1224 v. Chr., zeigt zwei aufsteigende, sich umwindende Schlangen, die sich in einem Kiefernzapfen treffen. Moderne Forscher und Philosophen haben festgestellt, dass der Stab als Symbol für die indische “Kundalini” aufgefasst werden kann, jene spirituelle Energie im Körper, die als aufgerollte Schlangen in der Basis der Wirbelsäule ruht und im Moment der Erleuchtung in das dritte Auge (die Zirbeldrüse) aufsteigt. Die erweckte Kundalini steht für die Ausrichtung und Verschmelzung der Chakren und soll angeblich der einzige Weg sein, um “göttliche Weisheit”, reine Freude, reines Wissen und reine Liebe zu erreichen.

Lesen wir hierzu ein Statement von Satyananda aus dem Jahre 1972:
“Alle psychischen Systeme haben ihre körperlichen Aspekte im Körper … beim “Ajna Chakra” ist die physische Entsprechung die Zirbeldrüse, die lange Zeit Ärzte und Wissenschaftler über ihre genaue Funktion ratlos machte … Yogis, die Wissenschaftler des subtilen Geistes sind, haben von der Telepathie immer als eine “Siddhi”, eine psychische Kraft gesprochen, zur Gedanken-Kommunikation und -Hellhörigkeit, etc.. Das Medium solcher Siddhis ist das “Ajna Chakra” und sein physikalischer Terminus ist die Zirbeldrüse, die mit dem Gehirn verbunden ist. Es wurde von großen Yogis erklärt… dass die Zirbeldrüse der Empfänger und Absender der subtilen Schwingungen ist, welche Gedanken und psychische Phänomene, durch den ganzen Kosmos tragen”.

Nicht nur nach altem indischen Wissen wird das „dritte Auge“ auch das „sechste Chakra“ genannt, der alten Traditionen nach eines der wichtigsten Energiezentren des Menschen. Was die westliche Bewusstseinsforschung erst jetzt erkennt, verbindet sich in diesem Chakra das individuelle Bewusstsein mit dem kosmischen Bewusstsein. Natürlich handelt es sich bei diesem Chakra um die Zirbeldrüse.

In fast jeder Übung des Kundalini Yoga wird dieses „sechste Chakra“ (Zirbeldrüse) als Konzentrationspunkt genutzt. Das Kundalini Yoga kennt bekanntlich viele fundierte Meditationen für das dritte Auge. Der Fokus auf den physischen Bereich dieses, wie man sagt, „energiegeladenen Zentrums“ ist extrem kraftvoll. Diese Meditation wird als “Ajna” bezeichnet. Wobei „Ajna“ übersetzt “befehligen, beherrschen” bedeutet. Nach Angaben der erfahrenen Yogis kann man Mithilfe des sechsten Chakras (also der Zirbeldrüse) und der Hypophyse seinen Geist eher kontrollieren. Diese Yogis erklären uns, dass durch eine kraftvolle Ajna-Chakra-Meditation eine klarere Wahrnehmung unserer Realität erreichen, so dass wir den Grund unseres eigenen Daseins leichter begreifen können. So wäre allein aus diesem Grund eine gut funktionierende Zirbeldrüse von wirkentscheidender Bedeutung. Aus biochemischer Sicht sind für diese besonderen Zustände ganz bestimmte Neurotransmitter (und Hormone) zuständig. Diese (psychedelischen) Substanzen sind untrennbar mit unserem Geist gekoppelt. Eine faktische Bewusstseinserweiterung kann z.B. nur durch die Aktivierung von den entsprechenden Neurotransmitter entstehen. Genau diese (psychedelischen) Substanzen produziert zum ganz erheblichen Teil unsere Zirbeldrüse. Allein aus diesem Grund wird die Bedeutung einer gut funktionierenden Zirbeldrüse ersichtlich.

Beispiel: Ein meditierender Mensch wird – gleich wie intensiv seine Meditation aus sein mag – nicht in den Zustand einer Bewusstseinserweiterung (bzw. einer spirituellen Erfahrung) kommen, wenn in seinem Gehirn nicht die entsprechenden Neurotransmitter durch eine Transferase „aktiviert“ werden können.

Nicht umsonst wird also die menschliche Zirbeldrüse auch als die „Meisterdrüse unseres Hormonsystems“ bezeichnet. Sie wirkt als dessen oberste Instanz auf über 100 Körperprozesse ein. Nachweislich kommt der menschlichen Zirbeldrüse eine Schlüsselrolle zu, die in einem zentralen Zusammenhang zu unserem Bewusstsein steht.

Bereits im alten Griechenland und bei den antiken indischen Kulturen war die Existenz der Zirbeldrüse gut bekannt, wobei ihre Funktion jedoch bis in das 20. Jahrhundert hinein völlig rätselhaft blieb und Anlass zu allerlei Spekulationen gab. Die Zirbeldrüse zog als unpaares Organ immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Zwischenzeitlich konnte das Wissen über die menschliche Zirbeldrüse erheblich erweitert werden. Durch vergleichende (morphologische und histologische) Untersuchungen wurde immer deutlicher, dass sich die Funktion der Epiphyse im Laufe der Evolution stark verändert hat. Als gesichert gilt, dass die menschliche Zirbeldrüse in ihrer Embryonalentwicklung bereits am 36. Tag sichtbar wird.1 Bei der Geburt ist die Zirbeldrüse des Menschen dann vollständig entwickelt.

Die beiden Anatomie-Professoren H.W. De Graff und E. Baldwin Spencer entdeckten bereits 1886 unabhängig voneinander, dass die Zirbeldrüse ein rudimentäres Auge sei, mit allen wichtigen Zeichen der äußeren Augen – mit pigmentierten Netzhaut Zellen – die den Innenraum umgeben. Dieses „Auge“ ist kugelförmig und mit einer Masse gefüllt, ähnlich einer Linse des äußeren Auges. Später fand man heraus, dass die Zirbeldrüse tatsächlich auch auf Licht reagiert, das entweder durch das Nervensystem oder die äußeren Augen hereinströmt. Ich halte es für keinen Zufall, dass die yogischen Texte Indiens und die mystischen Traditionen Jahrhunderte hindurch von dem „Auge der Intuition“ und dem „Dritten Auge“ sprechen und in diesem Zusammenhang auf die Zirbeldrüse verweisen.

Einen Durchbruch in der Zirbeldrüsen-Forschung brachten zwei Mitarbeiter des National Institute of Health (USA), der Nobelpreisträger J. Axelrod und sein Kollege R. J. Weissbach. Sie entdeckten, dass Serotonin die Vorstufe von Melatonin ist. Vor allem fanden sie heraus, dass Melatonin aus Serotonin in der Zirbeldrüse auf einfachen chemischen Weg produziert wird.2

Die zentrale Rolle, die Serotonin spielt, wurde jedoch kurz nach der Entdeckung von LSD-25 erkannt. Die Hirnforscher fanden heraus, dass bereits winzige Mengen dieser Substanz LSD 25 das Bewusstsein ernsthaft verändern können, von tief empfundenen religiösen und mystischen Erlebnissen bis zu Paranoia und Schizophrenie. Die LSD-25 Moleküle sind der Struktur von Serotonin derartig ähnlich, dass die LSD-Moleküle in der Lage sind, die Wirkung von Serotonin im Gehirn zu blockieren. Hierfür docken die LSD-Moleküle an den Serotonin Rezeptoren an und besetzen ihren Platz.

An der Universität von Edinburgh wurde entdeckt, dass die Veränderung des Bewusstseins, die durch LSD-25 eintritt, nicht durch direkte Einwirkung auf die Gehirnsubstanz zustande kommt, sondern dass LSD-25 dem Gehirn Serotonin entzieht, indem es dessen Wirkungsplätze blockiert. Unter anderem bedeutet dies, dass der Serotonin Anteil im Gehirn für den rationalen Gedankenablauf verantwortlich ist, und dass eine Veränderung der Serotonin Konzentration im Gehirn – wie sie beispielsweise durch LSD-25 eintritt – die Wahrnehmung der normalen Realität erheblich verändert.

All diese Forschungsergebnisse bedeuten, dass unsere Zirbeldrüse das physische Medium ist, das die chemische Zusammensetzung bei den verschiedenen Bewusstseinszuständen reguliert.

Immer mehr Hirnforscher erkennen, dass unsere Identität sehr eng mit unserem Bewusstseinszustand in Zusammenhang steht, und dass wir in unserem Alltags Bewusstsein gefangen sind. Beispielsweise erklärt hierzu Dr. Swami Karmananda Saraswati im Yoga Magazine Vol. XVII No. 3, März 1979:

„Er (der Mensch) ist weit mehr eingesperrt als der Gefangene, der in Ketten gelegt ist oder hinter Gefängnismauern sitzt. Ein solcher Häftling ist nur mit seinem Körper gefangen, und diesen Zustand nimmt er sehr wohl wahr. Aber das menschliche Wesen ist sehr viel wirksamer gefesselt und gebunden. Sein ganzes Bewusstsein liegt in Gefangenschaft. Die Gefangenschaft ist so effektiv, dass der Mensch nicht einmal die Möglichkeit einer höheren Wahrnehmung und Erfahrung sehen kann. Die Ketten, die verhindern, dass er die Realität erkennen kann, dass er göttlich und unendlich ist, scheinen identisch zu sein mit dem Serotonin-Spiegel in seinem eigenen Gehirn!“

Vor der Rückbildung der Zirbeldrüse und damit ihrer Funktionen haben Kinder einen spielerischen Zugang zu den unterschiedlichsten Ebenen des Bewusstseins. Dazu äußerte sich Dr. Swami Karmananda Saraswati im gleichen Magazin:

„Ja viele Kinder können mühelos ‚zaubern‘, sie besitzen ’siddhis‘, psychische Kräfte, die mit der Erweckung des Ajna Chakras im Zusammenhang stehen. Kinder sind oft hoch intuitiv, können in die Zukunft und in die Vergangenheit sehen, oder sie wissen, was ihre Eltern denken. Sie haben außergewöhnliche Fähigkeiten, die Wirklichkeit hinter den äußeren Erscheinungen zu sehen, so stark, dass es sehr schwierig ist, ein Kind zu täuschen oder zu belügen.“

Diese Eigenschaften entstehen, weil die gut funktionierende Zirbeldrüse der Kinder noch genügend Serotonin in Melatonin umwandelt. Bekanntlich bewirkt ein sinkender Serotonin-Spiegel einen Zugang zu anderen Bewusstseins Stufen. Eine verminderte Melatonin Produktion ist mit einem fortschreitenden Aufbau von Serotonin Konzentration im Gehirn verknüpft, womit sich die Türen in die ausgedehnte Welt der intuitiven Wahrnehmung und der Intuitionen verschließen. Bedauerlicherweise bleiben uns diese Türen nur allzu oft bis zum Ende unseres Lebens verschlossen.

Wie viele andere Organe kann aber auch die Zirbeldrüse ihre mikroskopische Struktur mit zunehmendem Alter ändern. Gemessen an der Größe der Zirbeldrüse sind diese Veränderungen an ihr jedoch sehr auffällig. Im Wesentlichen handelt es sich bei diesen abnormen Veränderungen um Verkalkungen (die als Corpora arenacea, Acervulus cerebri oder Psammomkörperchen bezeichnet werden). Bereits im 18. Jahrhundert vertrat der italienische Anatom G. B. Morgagni die Ansicht, dass die Zirbeldrüsenverkalkung (Corpora arenacea) bei Geisteskranken häufiger seien im Vergleich zu Gesunden.

Neuere Erkenntnisse über die Zirbeldrüsenverkalkung konnten erst gewonnen werden, nachdem verbesserte mikroskopische Methoden entwickelt waren. So konnte festgestellt werden, dass die Ablagerungen (Konkremente) unregelmäßig geformt sind und einen Durchmesser von einigen Millimetern haben. In einigen Fällen können auch einzelne verkalkte Bereiche mit einem Durchmesser von mehr als 1 cm vorkommen.

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Histologisches Bild der menschlichen Zirbeldrüse mit Corpora arenacea (H. E.-Färbung, 200fache Vergrößerung).

Besonders wichtig ist hierbei der Zusammenhang zwischen einer verkalkten Zirbeldrüse und der hierdurch verringerten Produktion von lebenswichtigen Neurotransmittern wie beispielsweise Melatonin. Im weiteren Verlauf dieses Artikels werde ich auf diesen heiklen Punkt noch zurückkommen. In zahlreichen Untersuchungen wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem funktionstüchtigen Anteil der Zirbeldrüse (Corpus pineale) und der Ausscheidung von Melatonin (6-Sulfatotoxymelatonin) festgestellt. Bedauerlicherweise werden wir in der über die herausragenden Wirkungen von Melatonin nur recht spärlich aufgeklärt. Die selten erscheinenden Berichterstattungen werden meistens in einen etwas anrüchigen Zusammenhang gestellt. Stellvertretend hierfür stelle ich Euch die Schlagzeile einer Veröffentlichung aus ZEIT ONLINE vor:

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http://www.zeit.de/1995/47/Wunderdroge_aus_der_Zirbeldruese

In diesem Zeitungsbericht wird auf die „wundersamen“ Eigenschaften von Melatonin hingewiesen. Ich halte es für irreführend, dass dieser wahrhaft herausragende Neurotransmitter als Droge bezeichnet wird. Zwar werden als Droge im deutschen Sprachgebrauch wirksame psychotrope Substanzen – also ein Wirkstoff der die Psyche beeinflusst – bezeichnet, doch ist der Begriff Droge gleichermaßen mit den wirklich höchstgefährlichen Substanzen (Drogen) wie Heroin, Kokain usw. assoziiert. Faktisch sind die körpereigenen (endogenen) Drogen lebenswichtig (Neurotransmitter und Hormone sind letztlich Drogen).

Heute weiß man sehr genau, dass die Produktion von Melatonin durch Dunkelheit stimuliert wird. Hierdurch wird eine Vergrößerung der Zirbeldrüse hervorgerufen. Indem sich nun die Zirbeldrüse vergrößert, wird die Sexualfunktion herabgesetzt. Umgekehrt führt Licht zu einer Verkleinerung der Zirbeldrüse, vermindert die Melatonin Produktion und erhöht die Sexualfunktion.3 Bereits während der Pubertät beginnt die Zirbeldrüse an zu verkalken, was zu einer Verminderung der Melatonin Produktion führt.

Obwohl Melatonin als Substanz nicht unmittelbar psychoaktiv ist, gibt es viele Berichte darüber, das Melatonin-Tabletten – abgesehen davon, dass sie die Sexualfunktion vermindern und das Einschlafen beschleunigen – ideale Bedingungen um beispielsweise luzides Träumen4 hervorzurufen.
Im luziden Zustand ist sich der Träumer bewusst, dass er träumt, weswegen er als Klartraum bezeichnet wird. Um einen Klartraum zu erfahren reicht allerdings das Melatonin nicht aus. Hierfür sind Moleküle erforderlich, die erst aus Melatonin durch eine Transferase gebildet werden können. Diese ganz besonderen Bewusstseinsmoleküle sind Pinoline (6-methoxy-1,2,3,4-tetrahyro-9H-pyrido), 5meoDMT und DMT (Dimethyltreptamin).

Dr. Callaway von der Universität von Kuopio aus Finnland5, konnte nachweisen, dass alle Nah-Tod-Erfahrungen, Out Of Body Experience und kurz vor dem eintreten des körperlichen Ablebens (Sterben) die psychoaktivsten Neurotransmitter aktiviert werden. Hierbei handelt es sich um Pinoline, DMT und 5meoDMT. So dient unser Melatonin als Basismolekül für diese Neurotransmitter. Unser normales Träumen verdanken wir also Pinoline und 5meoDMT. Die selten auftretenden Erfahrungen wie Nah-Tod-Erlebnisse usw. kommen jedoch nur durch das reine DMT zustande. Je länger unsere Augen geschlossen sind, desto mehr Melatonin wird von unserer Zirbeldrüse produziert wobei dann als weitere Folge daraus Pinoline entsteht. Dies ist sicherlich ein Grund, weshalb eine Meditation mit geschlossenen Augen durchgeführt werden sollte.

Die Wirkungen von DMT beschränken sich natürlich nicht nur auf Nah-Tod-Erfahrungen, und Out Of Body Experience (Außer körperliche Erfahrung). Alle wirklich vom normalen Tagesbewusstsein erweiterten Zustände verdanken wir DMT. Was beispielsweise auch für eine sogenannte Erleuchtung zutrifft. Im luziden Traum bin ich mir meines Träumens voll bewusst. Eine solche Erfahrung im normalen Wachzustand würde dies einer „Erleuchtung“ entsprechen.

Ich würde erkennen, dass ich mich in einer traumähnlichen Welt und gleichzeitig in einem tatsächlichen Wachzustand befinde. Aus diesem Grund ordne ich das Erwachen („der Menschheit“) einer solchen Wahrnehmung und dadurch einer wahren Selbst-Erkenntnis zu. Diese Aussagen wurden zum Beispiel von Probanden eindrucksvoll bestätigt denen in einer klinischen Studie DMT verabreicht wurde6, 7. Die Aussagen dieser Probanden deckten sich in auffälliger Weise mit den Überlieferungen, die Stammesgeschichtlich erfasst wurden. Diese Überlieferungen gehen auf eine über 3000 Jahre Geschichte zurück, in der DMT von Schamanen traditionsgemäß ihren Stammesmitgliedern zugeführt wurden. Der Ethnopharmakologe Christian Rätsch8, 9, schreibt: „Ayahuasca ist ein Erkenntnismittel, das dem Menschen seine Stellung im Universum zeigt und die wahre Wirklichkeit offenbart.“

Dieses DMT-haltige Gebräu wird seit jeher beispielsweise auch dazu verabreicht, um das Wesen einer Krankheit zu ergründen: „Traditionsgemäß nimmt ein Schamane Ayahuasca, um die Krankheit im Patienten zu erkennen, oder er gibt auch dem Patienten diesen Trank und führt ihn durch die ›wirkliche Wirklichkeit‹ zu seinem Zentrum. Dadurch kann der Patient seine Probleme oder Krankheitsursachen erkennen und so beheben. Es kommt darüber hinaus vor, dass der gesamte Stamm den Trank einnimmt, um gemeinsame mystische Erfahrungen zu machen und sich seiner Stellung im Kosmos bewusst zu werden

Das wunderbare an diesen tiefen Einblicken und Erkenntnissen ist, dass wir nicht darauf angewiesen sind bewusstseinserweiternde Wirkstoffe wie Ayahuasca zu uns zu nehmen. Unser Körper ist damit ausgestattet, diese heiligen Zustände selber zu ermöglichen. Ist es nicht bemerkenswert, dass unsere Zirbeldrüse ständig bestrebt ist, uns in diesen „heiligen Bezirk“ zu führen?

Eingetrübt wird dieses Wunder durch einen Fakt, der uns zum Nachdenken anregen sollte. Heute wissen wir, dass in uns ist ein Programm aktiv ist, welches dafür sorgt, dass uns der Zugriff zum „heiligen Bezirk“ verwehrt bleibt. Tatsächlich werden genau die Substanzen, die uns in den Zustand einer ungetrübten Selbst-Erkenntnis versetzen, von Enzymen außer Funktion gesetzt – also inhibiert10. Diese Schuldigen werden als MAO-Hemmer bezeichnet. Genauer ausgedrückt: alle spirituellen Zustände können nur entstehen, wenn das DMT der Zirbeldrüse aktiviert bleibt, und nicht sofort wieder von den MAO-Hemmer Enzymen außer Funktion gesetzt wird.

Das bewusstseinserweiternde Zustände überhaupt auftreten können, verdanken wir also einem körpereigenen weiteren Neurotransmitter, der Pinoline genannt wird. Immer wenn Pinoline in ausreichender Menge produziert wird, erfahren wir eine Bewusstseinserweiterung wie das luzide Träumen. Der hohe Gehalt von Pinoline (6-MeOTHBC), der in der obduzierten menschlichen Zirbeldrüse gefunden wurde, ist vergleichbar mit jenem des Melatonins. Die Hirnforscher gehen heute davon aus, dass unsere Zirbeldrüse DMT und Pinoline selber produziert und speichert11.

Vereinfacht lässt sich sagen, dass DMT Information aus dem Hyper-Raum in innere Bilder umsetzt. Wenn DMT in ausreichender Menge vorhanden ist, entstehen Sinnesverschmelzungen wie luzides Träumen oder Nahtoderfahrungen. Diese besonderen Zustände des Bewusstseins bedeuten, dass wir in den Fluss der lebendigen Sprache der DNS eintreten, also in die Bereiche, die das volle Kontingent des Freien Willens beinhalten, und somit unser eigenes Universum kreieren lassen. Unter dem Einfluss von DMT und Pinoline stehen wir also in einer wahrnehmbaren Verbindung mit den geistigen Dimensionen des Hyper-Raumes (x7- x12).

Wir haben also einige triftige Gründe für die einzigartigen Funktionen unserer Zirbeldrüse gefunden. Umso wichtiger ist es also dafür zu sorgen, dass dieses Organ auch in seiner vollen Funktion zu Entfaltung kommt. Denn wie sollen wir eine spirituelle Wahrnehmungsebene erreichen, wenn hierfür die organischen Voraussetzungen nicht gegeben sind?

Im 3. Teil werde ich über Beschädigungen und mögliche Regenerierungen der Zirbeldrüse eingehen…

 

(1) Moore KL, Persaud TVN. Embryologie. 1996, Stuttgart New York: F. K. Schattauer Verlagsgesellschaft mbh.

(2) R.J.Wartmann & J.Axelrod, ‚Die Epiphyse‘

(3) Karsch, F.; Bittman, D.; Foster, R.; Goodman, S. „Neuroendocrine Basis of Seasonal Reproduction.“ Recent Progress in Hormone Research 40, 1985

(4) Ein Klartraum oder auch luzider Traum ist ein Traum, in dem der Träumer sich bewusst ist, dass er träumt. Im Verlaufe eines Monats erleben dies mehr als 20% der Bevölkerung zweimal oder öfter. Quelle: Michael Schredl, Daniel Erlacher: Lucid dreaming frequency and personality. In: Personality and Individual Differences. 37, 2004, S. 1463–1473, doi:10.1016/j.paid.2004.02.003

(5) Tryptamines, Beta-carbolines and You. Dr J.C. Callaway, Dept. of Pharmaceutical Chemistry, University of Kuopio, Finland. McIsaac, et al, 1961, Callaway 1995, 1988, 2002

(6) Rick Strassman, DMT: The Spirit Molecule: A Doctor’s Revolutionary Research into the Biology of Near-Death and Mystical Experiences, 320 pages, Park Street Press, 2001, ISBN 0-89281-927-8

(7) Strassman, Rick (2001). „Part I: The Building Blocks; Chapter 4: The Pineal: Meet the Spirit Gland“. DMT: The Spirit Molecule. Rochester, VT, USA: Park Street Press. pp. 58–59. ISBN 0-89281-927-8.(„Chapter summaries“. Retrieved 27 February 2012.)

(8) J Ethnopharmacol. 1984 Apr;10(2):195-223. Monoamine oxidase inhibitors in South American hallucinogenic plants: tryptamine and beta-carboline constituents of ayahuasca. McKenna DJ, Towers GH, Abbott F

(9) Indianische Heilkräuter: Tradition und Anwendung. Ein Pflanzenlexikon. Diederichs, Köln 1987, ISBN 3-424-00921-0; 7., aktualisierte Auflage 1999, ISBN 3-424-00921-0.

(10) Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) oder auch -Inhibitoren (MAOI) wirken durch Blockieren der Monoaminooxidase-Enzyme.

(11) Langer, S.Z. et al. (1984). Possible endocrine role of the pineal gland for 6-Methoxy-tetrahydro-betacarboline, a putative endogenous neuromodulator of the (3H) Imipramine recognition site, European Journal of Pharmacoogy, 102, 379-80

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